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Ausland
UN-Vollversammlung: Ahmadinedschad greift Westen an
Eklat bei UN-Vollversammlung in New York

Ahmadinedschads Rundumschlag gegen den Westen

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad spricht auf der UN-Vollversammlung im New Yorker Hauptquartier. (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad spricht auf der UN-Vollversammlung im New Yorker Hauptquartier. ]
Mit wüsten Beschimpfungen gegen die USA, die NATO und den Westen allgemein hat Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad wieder für einen Eklat bei den Vereinten Nationen gesorgt. Dutzende Delegierte aus den USA, Europa und anderen Staaten verließen in New York demonstrativ den Saal, als Ahmadinedschad "die, die sich freiheitliche Demokratien nennen", als "Wurzel des Bösen", als "Sklavenmeister und Kolonialherren von damals" bezeichnete.

"Krude Tiraden" gegen den Westen

Auch die deutsche Delegation ging hinaus. Ein Sprecher des Außenministeriums begründete dies mit Ahmadinedschads "kruden Tiraden" gegen die USA, Israel und den Westen insgesamt. Außenminister Guido Westerwelle war zu der Rede gar nicht erst erschienen.

Aus französischen Delegationskreisen hieß es, die Europäer hätten sich vorab auf das Verlassen des Saales verständigt, sobald Ahmadinedschad den Holocaust erwähne.

"Wirkliche Freiheit, Gerechtigkeit, Frieden und Glück sind das Recht aller Nationen. Das kann nicht von der Arroganz und den Gewehrläufen der NATO unterdrückt werden", hatte Ahmadinedschad gesagt. Die Medien seien unter einer "imperialistischen Knechtschaft und schweigen jeden tot, der den Holocaust und die Ereignisse des 11. Septembers 2001 in Frage stellt".

Aus Protest gegen die Rede des iranischen Präsident verlassen UN-Abgeordnete den Sitzungssaal der Generalversammlung. (Foto: AFP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Aus Protest gegen die Rede des iranischen Präsident verlassen UN-Abgeordnete den Sitzungssaal der Generalversammlung. ]

Entschädigungszahlungen wegen Sklaverei gefordert

Außerdem machte er die USA für Kriege und die Finanzkrise verantwortlich und forderte den Westen zu Entschädigungszahlungen wegen der Sklaverei auf. "Sie unterstützen offiziell Rassismus", sagte Ahmadinedschad. Er empfahl zugleich eine neue Weltordnung. Erlösung von Tyrannei und Diskriminierung könne nur Allah bringen.

Vor dem UN-Gebäude protestierten derweil Hunderte Menschen gegen die Anwesenheit des iranischen Präsidenten.

Vor einem Jahr hatte Ahmadinedschad für einen ähnlichen Eklat gesorgt, als er behauptete, die Amerikaner hätten die Anschläge vom 11. September, bei denen fast 3000 Menschen starben, selbst inszeniert.

Stand: 22.09.2011 20:47 Uhr
 

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