Ermittler untersuchen den Tatort vor einem Hotel in Kiew. | Bildquelle: AP

Nach Flucht in die Ukraine Russischer Ex-Abgeordneter erschossen

Stand: 23.03.2017 14:06 Uhr

Vor wenigen Monaten flüchtete der russische Abgeordnete Woronenkow in die Ukraine. Nun wurde er auf offener Straße erschossen. Die Regierung in Kiew spricht von Auftragsmord. Drahtzieher sei die russische Regierung.

Von Sabine Stöhr, ARD-Studio Moskau

Denis Woronenkow wurde auf der Straße erschossen. Mitten im Zentrum von Kiew. Der Täter feuerte mehrfach auf Woronenkow, laut Polizei waren drei bis vier Schüsse tödlich. Seinem Bodyguard gelang es, den Schützen zu verletzen. Beide wurden ins Krankenhaus eingeliefert. Der noch nicht identifizierte Schütze erlag in der Klinik seinen Verletzungen. Der Hintergrund für den Mord ist noch unklar. Offizielle Informationen gibt es dazu keine.

Die Sicherheitsorgane der Ukraine vermuten allerdings schon jetzt einen Auftragsmord aus Russland. Der Generalstaatsanwaltschaft erklärte: Der Mord sei ein für den Kreml gewöhnlicher Mord eines Zeugen. Und weiter: Der russische Abgeordnete habe den ukrainischen Ermittlern wichtige Informationen über Ex-Präsident Viktor Janukowitsch mitgeteilt. Dieser war vor drei Jahren während der Majdan-Proteste aus der Ukraine geflohen.

Ermittlungen wegen Korruption

Woronenkow war Abgeordneter der kommunistischen Partei in der russischen Duma gewesen. In dieser Eigenschaft hatte er einst für die Annexion der Krim gestimmt. Ab Ende 2014 liefen gegen ihn dann aber Ermittlungen im Rahmen eines Korruptionsverfahrens.

Ende vergangenen Jahres floh Woronenkow dann in die Ukraine. Dort bekam er im Dezember die ukrainische Staatsbürgerschaft. In einem Fernsehinterview behauptete der 45-Jährige, dass der Berater des russischen Präsidenten gegen die Annexion der Krim gewesen war. Außerdem kritisierte er immer wieder die russische Regierung.

Tod auf offener Straße: Ehemaliger russischer Abgeordneter in Kiew erschossen
S. Stöhr, ARD Moskau
23.03.2017 14:29 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 23. März 2017 um 14:04 Uhr

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