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Gipeltreffen in Addis Abeba
Südafrikanerin führt Afrikanische Union
Südafrika hat den Machtkampf um die Führung der Afrikanischen Union (AU) für sich entscheiden können. Beim AU-Gipfeltreffen in Addis Abeba errang Südafrikas Innenministerin Nkosazana Dlamini-Zuma die notwendige Zweidrittel-Mehrheit für den Posten der AU-Kommissionsvorsitzenden, dem wichtigsten Amt in der Organisation. Der bisherige Amtsinhaber Jean Ping aus Gabun unterlag bei der Wahl. Beim AU-Gipfel im Januar hatte keiner der beiden die Zweidrittelmehrheit für den wichtigsten AU-Posten erhalten.
Mit Dlamini-Zuma tritt erstmals eine Frau an die Spitze der AU-Kommission. Die frühere dritte Frau des südafrikanischen Präsidenten Jacob Zuma, die seit 1998 von diesem geschieden ist, genoss die solide Unterstützung der Staaten im südlichen Afrika und weiter Teile des englischsprachigen Afrikas. Sie hatte jedoch vor der Wahl gesagt, es gehe ihr nicht um eine Frontstellung zwischen englisch- und französischsprachigen Staaten, sie selbst sei Zulu.
Reaktionen auf die Wahl Dlamini-Zumas
L. March, ARD Johannesburg
16.07.2012 14:57 Uhr
Die 63-Jährige ist als kompetente Managerin bekannt, die ihre Ziele mit Entschlossenheit verfolgt. Für die Afrikanische Union kündigte sie an, sie wolle diese Organisation "effizienter" machen.
Mali, Kongo...
Doch bei dem Gipfeltreffen geht es nicht nur um Personalfragen. Die Staats- und Regierungschefs blicken mit Sorge in den Kongo und nach Mali. Die AU forderte die von den Militärs nach dem Putsch im März eingesetzte Übergangsregierung in Mali auf, unverzüglich eine "Regierung der nationalen Einheit" zu bilden. Das sei die Voraussetzung zur Wiederherstellung der Einheit des Landes und der Ordnung im Norden Malis. Dort dominieren islamistische Gruppen und Tuareg-Rebellen. Die bewaffneten Gruppen seien eine "ernste Bedrohung der regionalen und internationalen Sicherheit", sagte der Vorsitzende der AU-Kommission für Frieden und Sicherheit, Ramtane Lamamra.
Der stellvertretende UN-Generalsekretär Jan Eliasson warnte vor einer dramatischen Krise in Mali."Die Welt muss aufwachen und das anhaltende humanitäre Desaster erkennen, bei dem 18 Millionen Menschen vom Hungertod bedroht sind", sagte er.
Der Vize-Generalsekretär appellierte zudem, die Gewalt in der Demokratischen Republik Kongo "unverzüglich zu beenden". Die AU signalisierte die Bereitschaft, Soldaten als Teil einer Friedenstruppe in den Osten des Landes zu schicken, um gegen die bewaffneten Aufständischen vorzugehen. Der ruandische Präsident Paul Kagame gab bekannt, er habe eine grundsätzliche Vereinbarung mit seinem Kollegen aus der Demokratischen Republik Kongo, Joseph Kabila, darüber getroffen, dass dort eine neutrale internationale Kraft eingesetzt werden könne.
Sudan und Südsudan wollen Konflikt beenden
Fortschritte scheint es auch bei der Lösung des Streits zwischen dem Sudan und Südsudan zu geben. Beide Länder wollen ihren Konflikt um Öl und Grenzziehung friedlich beilegen. Dies betonten die Präsidenten der Staaten, Omar al-Baschir und Salva Kiir, bei ihrem ersten Treffen nach über einem halben Jahr am Rande des AU-Gipfels. Bis zum 2. August soll eine bilaterale Vereinbarung gefunden werden. Der UN-Sicherheitsrat hatte bis zu diesem Termin ein Ultimatum gestellt; beiden Ländern wurden Sanktionen angedroht, wenn der Konflikt bis dahin nicht beendet sei.
Erstmals seit 1995 nahm mit dem neuen Präsidenten Mohammed Mursi das Staatsoberhaupt Ägyptens an einem AU-Gipfel teil. Der frühere Präsident Husni Mubarak hatte sich nach einem missglückten Attentatsversuch bei einem Gipfel 1995 geweigert, an diesen halbjährigen Treffen - früher der Organisation afrikanischer Staaten (OAS), heute der AU - teilzunehmen.
Stand: 15.07.2012 23:31 Uhr
