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21.03.2010

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Bundeswehrwaffen: Verteidigungsministerium dementiert Schwarzhandel
Handel mit deutschen Pistolen in Afghanistan?

"Alte Waffen ohne Munition"

Das afghanische Verteidigungsministerium hat bestritten, dass deutsche Pistolen aus Armeebeständen auf den Schwarzmarkt gelangt sind. Alle Waffen seien noch eingelagert. Aus dem Innenministerium, wohin die andere Hälfte der 10.000 Walther P1 ging, kommt aber kein klares Dementi.

Von Sabina Matthay, ARD-Hörfunkstudio Südasien

Pistole (Foto: picture-alliance/ dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Landeten deutsche Pistolen auf dem afghanischen Schwarzmarkt? Aus dem afghanischen Innenministerium kam dazu kein klares Dementi? ]
"Wir haben keine Beweise, die nahelegen, das die fraglichen Waffen auf dem Schwarzmarkt angeboten werden", kommentierte Zemarai Bashari, Sprecher des Innenministeriums in Kabul, die Berichte über auf dem Schwarzmarkt erhältliche Bundeswehrpistolen. Das Ministerium sei jedoch für Hinweise dankbar und werde die Angelegenheit untersuchen, sagte er dem ARD-Hörfunkstudio Südasien. Ein Dementi ist das nicht.

Das afghanische Innnenministerium ist für die Polizei des Landes zuständig, die die eine Hälfte der 10.000 Pistolen vom Typ Walther P1 erhalten hatte. Nach Angaben des Sprechers liegt ein komplettes Verzeichnis aller Waffen für die Polizei vor, eine Überprüfung müsste also möglich sein. Recherchen des Nachrichtensenders NDR Info hatten ergeben, dass Pistolen aus der Lieferung des Bundesverteidigungsministeriums auf Schwarzmärkten in Afghanistan und Pakistan gehandelt werden.

Verteidigungsministerium in Kabul spricht von "Lüge"

Die andere Hälfte der Schenkung ging an die afghanische Armee. Das Verteidigungsministerium in Kabul wies den Bericht über illegalen Handel mit den Waffen aber strikt zurück.

Der stellvertretende Verteidigungsminister Baz Mohammad Jawhari, der die Waffen bei der feierlichen Übergabe 2006 für das afghanische Verteidigungsministerium in Empfang genommen  hatte, sprach gegenüber der ARD sogar von einer Lüge. "Die 5000 Pistolen, die das Verteidigungsministerium erhalten hat, sind noch immer im Lager. Wir haben sie gar nicht ausgeteilt, denn wir haben keine Munition dafür erhalten und außerdem waren es alte Waffen", so Jawhari. Deshalb seien noch alle Pistolen eingelagert und könnten auch nicht verkauft werden, nachdem sie registriert worden sind.

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Bis zu 1600 Dollar für eine P1

Die US-geführte Sicherheitseinheit CSTC-A, die für die Kontrolle der Waffenschenkungen an die afghanischen Sicherheitskräfte zuständig ist, kann dagegen nach Angaben eines Sprechers der amerikanischen Armee nur den Verbleib von weniger als der Hälfte der Pistolen nachvollziehen.

Waffenhändler in der Region hatten NDR Info gesagt, es seien mehrere hundert deutsche Walhter P1 auf dem Schwarzmarkt im Angebot. Die Waffen würden Erlöse bis zu 1600 Dollar erzielen.

Stand: 12.10.2009 17:04 Uhr
 

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