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Internationale Geberkonferenz in Tokio
13 Milliarden Euro für Afghanistan
In Tokio hat die internationale Geberkonferenz für Afghanistan begonnen. Vertreter aus rund 70 Staaten sind zusammengekommen, um über Hilfen für den zivilen Wiederaufbau des Landes nach dem Abzug der NATO-Truppen Ende 2014 zu beraten. Afghanistan ist auf massive Finanzhilfen angewiesen.
Geld gegen Reformen
Zum Auftakt sagte der afghanische Präsident Hamid Karsai, es bedürfe noch "viele Jahre" harter Arbeit, bevor sein Land die Selbstständigkeit erreiche. Afghanistan sei weiter "großen Risiken" durch Terrorismus und Extremismus ausgesetzt. Die gesamte Region wie auch die ganze Welt sei nicht sicher, solange der Terrorismus bestehe.
Die japanische Regierung rechnet auf der Geberkonferenz mit Zusagen für Hilfszahlungen in Höhe von insgesamt rund 13 Milliarden Euro für die Zeit von 2012 bis 2015. In der Abschlusserklärung der Konferenz soll Afghanistan im Gegenzug dafür Zusagen für politische Veränderungen geben.
Die Geldgeber fordern unter anderem eine bessere Verwaltung öffentlicher Gelder, eine verstärkte Eintreibung von Steuern, Garantien auf dem Gebiet der Menschen- und vor allem der Frauenrechte, eine Justizreformen sowie glaubwürdige Wahlen im Jahr 2014.
Für Deutschland nehmen Außenminister Guido Westerwelle und der Chef des Entwicklungsressorts, Dirk Niebel an der Konferenz teil. Beide mahnten vor dem internationalen Treffen, Afghanistan werde keine einseitigen Zusagen bekommen, sondern müsse im Gegenzug deutliche Fortschritte liefern. Die Bundesregierung wird sich mit 430 Millionen Euro pro Jahr beteiligen.
95 Prozent der Einkünfte aus Hilfsgeldern
Seit der US-geführten Invasion zum Sturz der radikalislamischen Taliban Ende 2001 sind unterschiedlichen Schätzungen zufolge zwischen 47 und 60 Milliarden Dollar an Hilfsgeldern nach Afghanistan geflossen. Das nach mehr als 30 Jahren Krieg zerstörte Land ist ohne Hilfe von außen nicht überlebensfähig. Nach Angaben der Weltbank machen internationale Hilfen mehr als 95 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus. Die internationale Gemeinschaft hat bei der Afghanistan-Konferenz im vergangenen Jahr bereits ihre finanzielle Unterstützung bis 2024 zugesichert.
Stand: 08.07.2012 03:41 Uhr
