Afghanistan: Bundeswehr räumt Außenposten in Baghlan

Bundeswehr übergibt Außenposten an Afghanen

Rückzug von "OP North"

Bis Ende 2014 sollen die Kampftruppen der NATO Afghanistan verlassen haben. Ihren Posten "OP North" in der Provinz Baghlan hat die Bundeswehr nun endgültig geräumt - er galt als gefährlichster Stützpunkt des deutschen Einsatzes.

Von Christoph Heinzle, ARD-Hörfunkstudio Südasien

Einen "besonderen Ort" nannte Verteidigungsminister Thomas de Maizière den Observationspunkt Nord ("OP North") noch bei einem Besuch im März. Der Beobachtungspunkt in der nordafghanischen Unruheprovinz Baghlan stehe für den Wandel der Bundeswehrmission, "vom Brunnenbohren zum Kampfeinsatz", so der Minister damals.

Wüste Afghanistan (Bildquelle: dapd)
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Der letzte Soldat der Bundeswehr hat den Stützpunkt "OP-North" verlassen. Foto, Archiv.

Die letzten deutschen Soldaten übergaben den Außenposten am Samstag bei einer feierlichen Zeremonie der afghanischen Armee. Sie wurden in das größte Bundeswehrfeldlager nach Masar-i-Scharif verlegt. Statt bisher 200 deutsche Soldaten sollen künftig 250 Afghanen im "OP North" stationiert sein.

Gefährlichster Bundeswehrstützpunkt in Afghanistan

Der Posten 70 Kilometer westlich des Bundeswehrstützpunktes Kundus galt als der gefährlichste im deutschen Afghanistaneinsatz. Er wurde vor drei Jahren eingerichtet, als die Kämpfe mit den Taliban im Norden ihren Höhepunkt erreichten. Traurige Berühmtheit erlangte der Beobachtungspunkt kurz darauf, als ein afghanischer Soldat dort drei Bundeswehr-Angehörige tötete.

Bundeswehr räumt Außenposten in Afghanistan
C. Heinzle, ARD Neu Delhi
16.06.2013 10:35 Uhr

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Die Räumung von "OP North" ist Teil der Truppenreduzierung in Afghanistan. Im Herbst soll das Feldlager in Kundus geschlossen und die Verantwortung für die Sicherheit an afghanische Einheiten übergeben werden. Der Kampfeinsatz der NATO-geführten Schutztruppe ISAF soll bis Ende 2014 auslaufen. Dann soll sich eine kleinere NATO-Mission - ebenfalls mit Beteiligung der Bundeswehr - schwerpunktmäßig um die Ausbildung der afghanischen Sicherheitskräfte kümmern.

Stand: 16.06.2013 11:36 Uhr

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