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UN-Bericht zu Kriegsopfern
Weniger getötete Zivilisten in Afghanistan
Im Afghanistan-Krieg ist die Zahl der zivilen Opfer erstmals seit fünf Jahren zurückgegangen. Das geht aus einem UN-Bericht hervor. Doch die Vereinten Nationen warnen gleichzeitig davor, das als Trendumkehr zu deuten, berichtet Kai Küstner. Erst heute starben bei einem Selbstmordanschlag drei NATO-Soldaten.
Von Kai Küstner, ARD-Hörfunkstudio Südasien
Im selben Atemzug, in dem die Vereinten Nationen in Kabul einen positiven Trend verkünden, warnen sie zugleich vor allzu viel Zuversicht: Im ersten Halbjahr 2012 - das geht aus dem Bericht der UNO hervor - fielen dem Afghanistan-Krieg weniger Zivilisten zum Opfer als im selben Zeitraum 2011. Erstmals seit fünf Jahren ist hier also ein Rückgang zu verzeichnen. Ob dieser Trend sich aber tatsächlich als unumkehrbar erweisen wird - daran haben die Vereinten Nationen ihre Zweifel: Die Kämpfe in Afghanistan hätten ab dem Monat Mai wieder stark zugenommen, so heißt es.
Weniger zivile Opfer in Afghanistan
K. Küstner, ARD Neu-Delhi
08.08.2012 15:18 Uhr
Vor allem allem die Taliban sind weiter aktiv
Dass dieser Konflikt für die Zivilbevölkerung so gefährlich ist, auch für Frauen und Kinder, dafür sind in erster Linie die Taliban verantwortlich. Mehr als drei Viertel aller Gewalttaten, bei denen Unschuldige getötet werden, gehen auf das Konto der sogenannten Anti-Regierungskräfte, zu denen auch die Taliban gehören. Besonders beunruhigend aus Sicht der Vereinten Nationen ist, dass die Zahl der gezielten Tötungen durch die Extremisten massiv zugenommen habe. Dazu gehören auch Angiffe auf Regierungs-Vertreter und lokale Politiker.
Auf diese Taktik hatten sich die Taliban in den vergangenen Monaten mehr und mehr verlegt. Das könne ein Zeichen der Schwächung des Aufstandes sein, heißt es in dem UN-Bericht.
Ein vorsichtiges Aufglimmen von Hoffnung lässt sich also dem Report entnehmen. Allerdings halten Beobachter es für unwahrscheinlich, dass die Extremisten bis 2014, dem angestrebten Abzugsdatum der ausländischen Truppen, entscheidend geschwächt sein werden. Ohne Verhandlungen mit den Taliban erscheint ein heftiges Wiederaufflammen des Bürgerkriegs unvermeidlich.
Stand: 08.08.2012 15:38 Uhr
