Seitenueberschrift

Angela Merkel und Karsai

Deutsch-afghanisches Abkommen

Merkel sagt Karsai Millionenhilfe zu

Deutschland wird Afghanistan auch nach dem geplanten Abzug der Bundeswehr Ende 2014 umfangreich unterstützen. Dazu haben Präsident Hamid Karsai und Kanzlerin Angela Merkel ein Partnerschaftsabkommen unterzeichnet.

Es sieht nach Merkels Worten vor, dass Deutschland pro Jahr 150 Millionen Euro für die Finanzierung der afghanischen Sicherheitskräfte ausgibt. Das Geld solle für die Ausbildung von Soldaten und Polizisten zur Verfügung gestellt werden, sagte sie und sprach von einem "Meilenstein in unseren Beziehungen". "Sie können sich darauf verlassen, dass nach 2014 Afghanistan weiter zur Seite gestanden wird", sagte sie zu Karsai. Wichtig sei aber auch, dass sich die Strukturen dort "transparent entwickeln". Auch die Sicherheitskräfte müssten sich "an Recht und Gesetz halten".

Karsai hielt sich zu einem eintägigen Besuch in Berlin auf. Deutschland war für ihn Zwischenstopp auf dem Weg zum Nato-Gipfel Ende dieser Woche in Chicago, an dem auch Merkel teilnehmen wird. Die Allianz will dort auch über die Verteilung der Kosten für den weiteren Aufbau der afghanischen Polizei und Armee entscheiden. Pro Jahr werden dafür etwa 4,1 Milliarden US-Dollar (3,2 Milliarden Euro) veranschlagt. Die USA als größter Truppensteller wollen den Löwenanteil übernehmen.

Bundespolizei bildet afghanische Polizisten aus
galerie

Ausbildung afghanischer Polizisten durch die Bundespolizei in Feisabad (Archiv)

Eine ähnliche Vereinbarung hat Afghanistan bereits mit den USA geschlossen. Es regelt den Einsatz von US-Soldaten nach dem Abzug der ausländischen Kampftruppen Ende 2014 bis zum Jahr 2024. Präsident Barack Obama war dazu eigens nach Kabul gereist.

Bislang zählen die afghanischen Sicherheitskräfte etwa 352.000 Mann. Die Zahl soll nach jetziger Planung bis 2017 auf 228.500 reduziert werden.

Stand: 16.05.2012 15:25 Uhr

Darstellung: