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Für afghanische Zivilisten war das vergangene Jahr das tödlichste seit Beginn des Einsatzes der internationalen Truppen gegen die aufständischen Taliban 2001. 2777 Zivilisten getötet worden, 15 Prozent mehr als 2009, teilten die UN-Mission in Afghanistan und die unabhängige afghanische Menschenrechtskommission mit.
Drei Viertel der Zivilisten seien von den Taliban oder anderen aufständischen Gruppen getötet worden, 16 Prozent von Soldaten der NATO oder der afghanischen Armee. Bei neun Prozent der Todesfälle sei eine Zuordnung nicht möglich gewesen. 171 Zivilisten starben bei Luftschlägen der internationalen Truppen.
Insgesamt wurden viermal mehr afghanische Zivilisten getötet als NATO-Soldaten. 2010 verzeichneten auch die NATO-Truppen im Land mit 711 getöteten Soldaten die mit Abstand meisten Todesopfer, seitdem die Taliban Ende 2001 beim US-geführten Einmarsch in Afghanistan gestürzt wurden.
Der Tod afghanischer Zivilisten sorgt zwischen der Regierung in Kabul und der NATO und den USA immer wieder für heftigen Streit. Erst zu Monatsanfang waren im Osten Afghanistans neun Kinder bei einem NATO-Luftangriff getötet worden. Staatschef Hamid Karsai fürchtet, dass die vielen zivilen Opfer die Bevölkerung in die Arme der Taliban treiben könnten. In scharfen Worten forderte er daher von der NATO ein Ende der "Morde". In mehreren Landesteilen protestierten Menschen gegen den Einsatz der NATO und der USA.
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