Afghanische Soldaten bei einem Einsatz. | Bildquelle: AP

Anführer der Terrormiliz getötet Schlag gegen den IS am Hindukusch

Stand: 08.05.2017 10:08 Uhr

Afghanische Armee und das US-Militär melden einen Erfolg im Kampf gegen den "Islamischen Staat": Sie töteten den Afghanistan-Anführer der Terrormiliz, Hasib. Er soll den Angriff auf ein Militärkrankenhaus mit fast 50 Toten befohlen haben.

Spezialkräfte der afghanischen Armee haben bei einer gemeinsamen Operation mit US-Kräften den Anführer der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) in Afghanistan, Abdul Hasib, getötet. Der Einsatz in der Provinz Nangarhar habe bereits Ende April stattgefunden, teilte der afghanische Präsidentenpalast mit.

Die US-Streitkräfte bestätigten den Tod Hasibs und "mehrerer weiterer ranghoher Vertreter" sowie von 35 Kämpfern der Dschihadistenmiliz bei dem Einsatz am 27. April. Der Tod Hasibs und seiner Vertrauten könne den IS am Hindukusch "bedeutend" schwächen und das Ziel der Zerstörung der Miliz noch in diesem Jahr näher rücken lassen.

Der NATO-Oberkommandierende in Afghanistan, John Nicholson. | Bildquelle: REUTERS
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Der NATO-Oberkommandierende in Afghanistan, John Nicholson, lobte die afghanischen Streitkräfte.

USA loben afghanische Armee

Der NATO-Oberkommandierende in Afghanistan, US-General John Nicholson, lobte den Einsatz der afghanischen Arme: "Ich ziehe den Hut vor den außergewöhnlichen Fähigkeiten unserer afghanischen Partner", sagte Nicholoson. "Dieser Kampf stärkt unsere Bemühungen, Afghanistan den Terroristen zu entreißen und diesem großartigen Land Frieden und Stabilität zu bringen", betonte er. Die afghanische Regierung kündigte an, ihren Kampf gegen die Dschihadistenmiliz und weitere terroristische Gruppen fortzuführen, "bis sie vernichtet sind".

Ein gefährlicher Gegner bleiben auch die Taliban: Vor wenigen Tagen starteten sie ihre Frühjahrsoffensive. Dabei gelang es ihnen, in der nördlichen Provinz Kundus einen strategisch wichtigen Distrikt zu erobern.

Hasib soll Krankenhaus-Angriff befohlen haben

Der getötete IS-Chef Hasib soll den Angriff auf das Militärkrankenhaus in Kabul Anfang März angeordnet haben, bei dem zahlreiche Männer und Frauen getötet und verletzt worden seien. Als Ärzte verkleidete Angreifer hatten das schwer bewachte Sardar-Daud-Chan-Krankenhaus in der afghanischen Hauptstadt gestürmt und Handgranaten in die überfüllten Krankenzimmer geworfen. Mindestens 50 Menschen wurden nach Angaben des afghanischen Verteidigungsministeriums getötet. Sicherheitskräfte und Überlebende berichteten sogar von mehr als hundert Toten. Die IS-Dschihadisten bekannten sich zu der Tat.

Afghanistan Provinz Nangarhar
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Hasib wurde in der Provinz Nangarhar im Osten Afghanistans getötet.

Der vor allem für sein brutales Vorgehen in Syrien und im Irak bekannte IS war in den vergangenen Jahren auch nach Afghanistan vorgedrungen. Er strebt über seinen Ableger "Provinz Chorasan" eine Herrschaft über Afghanistan, Pakistan und Teile der Nachbarländer an. Unter dem Druck von US-Luftangriffen und einer Bodenoffensive der afghanischen Armee verlor der afghanische IS-Ableger zuletzt jedoch wieder an Boden. Nach Schätzungen des Pentagons ist die Zahl der IS-Dschihadisten in Afghanistan von zwischenzeitlich bis zu 3000 Kämpfern auf höchstens 800 zurückgegangen.

Mega-Bombe gegen IS eingesetzt

Am 13. April hatten die USA im Kampf gegen die IS-Terrormiliz erstmals ihre größte nicht-atomare Bombe eingesetzt. Beim Abwurf der sogenannten Massive Ordnance Air Blast (MOAB) in der Provinz Nangarhar wurden afghanischen Angaben zufolge mindestens 95 Dschihadisten getötet. Um die afghanischen Sicherheitskräfte zu unterstützen, will das US-Verteidigungsministerium die Zahl der US-Soldaten in Afghanistan offenbar deutlich aufstocken.

Über dieses Thema berichtete am 08. Mai 2017 Deutschlandfunk um 02:00 Uhr und tagesschau24 um 11:30 Uhr.

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