Karte: Afghanistan mit Kundus

Rivalisierenden Taliban-Gruppen Zahlreiche Tote bei Kämpfen in Afghanistan

Stand: 08.11.2015 18:10 Uhr

Bei Kämpfen zwischen konkurrierenden Taliban-Gruppen sind in Afghanistan zahlreiche Menschen getötet worden. Zudem wurden sieben Schiiten geköpft. Behörden vermuten eine Beteiligung des "Islamischen Staates".

In Afghanistan sind Polizeiangaben zufolge bei Auseinandersetzungen zwischen zwei rivalisierenden Taliban-Gruppen zahlreiche Menschen ums Leben gekommen. Die Kämpfe fanden im Südosten des Landes statt. Laut Behörden wurden bis zu 50 Menschen getötet. Hintergrund sind offenbar Machtkämpfe, bei denen auch Kämpfer der Extremistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) mitmischen.

Eine mit dem IS verbundene Gruppe hätte in der Provinz Sabul sieben Menschen brutal getötet, die am 1. Oktober von ihnen entführt worden seien, sagte ein Polizeivertreter. Darunter seien auch drei Frauen gewesen. Alle Toten hätten der ethnischen Gruppe der schiitischen Hasara angehört. Laut einem Regierungssprecher seien sie enthauptet worden.

Machtkampf mit Hilfe des IS

Am Hindukusch kämpfen derzeit mehrere Lager um die Vorherrschaft. Die vom IS unterstütze Gruppe um den abtrünnigen Taliban-Kommandeur Mullah Mohammed Rassul will den neuen Taliban-Führer Mullah Mansur nicht anerkennen. In Afghanistan haben sich zunehmend Radikale dem IS angeschlossen, der dort langsam seine Präsenz aufbaut.

Die NATO wird ihren Einsatz in Afghanistan wegen der verschlechterten Sicherheitslage wohl verlängern. Seit Anfang des Jahres sind die mehr als 10.000 NATO-Soldaten, darunter knapp 700 Deutsche, nur noch zur Beratung und Ausbildung afghanischer Sicherheitskräfte vor Ort. Ihr Kampfeinsatz endete 2014. Zuletzt schockierte die zeitweilige Eroberung der Stadt Kundus durch die radikalislamischen Taliban die internationale Gemeinschaft.

Darstellung: