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28.05.2012

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Ausland
Nach Überfall in Äthiopien: Zwei Deutsche weiterhin vermisst
Nach Überfall in Äthiopien

Zwei Deutsche weiterhin vermisst

Äthopien Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Äthopien ]
Nach dem tödlichen Überfall auf eine europäische Reisegruppe im Nordosten Äthiopiens sind zwölf Überlebende in die Hauptstadt Addis Abeba gebracht worden. Darunter seien auch sechs deutsche Touristen, bestätigte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts (AA). Bei dem Angriff in der Danakil-Wüste waren in der Nacht zum Dienstag fünf Urlauber erschossen worden, darunter zwei Deutsche. Zwei weitere Deutsche werden nach AA-Angaben noch vermisst.

Zwei Deutsche offenbar entführt

Zu der Reisegruppe hätten insgesamt 27 Touristen gehört, hieß es in einer Mitteilung auf der Webseite des äthiopischen Außenministeriums. Die drei bei dem Angriff Verletzten stammen offenbar aus Ungarn, Belgien und Großbritannien. Der Belgier liegt nach inoffiziellen Angaben aus Äthiopien schwer verletzt in einem Krankenhaus in der Stadt Mekele im Norden Äthiopiens. Nach Angaben der Regierung in Addis Abeba wurden bei dem Überfall zwei Deutsche und zwei äthiopische Begleiter gekidnappt. Ob es sich dabei um die beiden vermissten Deutschen handelt, ist noch unklar. Eine AA-Sprecherin wollte sich dazu nicht äußern. Der Krisenstab in Berlin und die deutsche Botschaft arbeiteten mit Hochdruck an der Aufklärung des Falls, sagte sie.

Opfer stammen aus Cottbus und offenbar aus Schleswig-Holstein

Einer der Toten ist ein 58 Jahre alter Theatertechniker aus Cottbus. Sein Vater sagte, er habe am Mittwoch vom gewaltsamen Tod seines Sohnes erfahren. Die Familie sei vom Auswärtigen Amt über den tragischen Vorfall informiert worden. Der zweite getötete Deutsche stammt vermutlich aus Schleswig-Holstein. Es gebe entsprechende Hinweise, sagte ein Sprecher der Kieler Innenministeriums.

Äthiopien und Eritrea beschuldigen sich gegenseitig

Die Regierungen von Äthiopien und Eritrea gaben sich indes gegenseitig die Schuld für den Angriff auf die Reisegruppe. Dina sagte, Eritrea steckte "definitiv" hinter dem Angriff, das Land habe wiederholt feindliche Militäraktionen gegen Äthiopien unternommen. Die Regierung in Eritrea wies den Vorwurf als "albern" und als "Schmutzkampagne" zurück. In einer Stellungnahme des Außenministeriums hieß es, Äthiopien werfe Eritrea regelmäßig feindliche Militäraktionen vor, die eigentlich auf das Konto äthiopischer Oppositionsbewegungen gingen.

Seit der Unabhängigkeit Eritreas von Äthiopien 1993 ist das Verhältnis zwischen den beiden Ländern stark angespannt. Zwischen 1998 und 2000 lieferten sie sich wegen eines Grenzstreits einen blutigen Krieg, bei dem mindestens 70.000 Menschen starben. Die Afar-Region gilt als eine der unsichersten Gegenden des Landes, Rebellen haben sich dort wiederholt zu Überfällen und Entführungen bekannt.

Stand: 19.01.2012 17:02 Uhr
 

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