Ägyptens Militär macht Pläne ohne Mursi

Proteste in Ägypten (Bildquelle: AFP)

Krise in Ägypten

Militär macht Pläne ohne Mursi

Das Ultimatum des Militärs in Ägypten läuft morgen Nachmittag ab. Bis dahin bleibt Präsident Mohammed Mursi Zeit, den innenpolitischen Konflikt zu lösen und eine Einigung mit der Protestbewegung zu erzielen.

Gelingt das nicht, will das Militär die Verfassung außer Kraft setzen und eine Übergangsregierung einberufen. Das berichtete die staatliche ägyptische Nachrichtenagentur. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters soll außerdem das von Islamisten dominierte Parlament aufgelöst werden. Am Ende des Prozesses soll dann ein neuer Präsident gewählt werden.

Der Druck auf Mursi wächst weiter
tagesthemen 22:15 Uhr, 02.07.2013, Alexander Stenzel, ARD Kairo

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Die Information deckt sich mit der Ankündigung des Militärs vom Vortag. Der Chef der Streitkräfte, General Abdel Fattah al Sisi, hatte gedroht, das Militär werde nach Ablauf des Ultimatums seine eigenen Pläne für die Zukunft des Landes umsetzen und damit indirekt gedroht, die Armee werde die Macht übernehmen.

Putschpläne wies die Militärführung erneut zurück. "Die Ideologie und Kultur der ägyptischen Streitkräfte lässt einen Putsch nicht zu", hieß es in einer Erklärung.

Feuergefechte in Kairo und Alexandria

Am Abend versammelten sich erneut Hunderttausende Gegner von Präsident Mursi im Zentrum von Kairo rund um den Tahrir-Platz, um den Rücktritt des Staatschefs zu fordern. Dabei kam es auch wieder zu Zusammenstößen und Schusswechseln zwischen Gegnern und Anhängern Mursis. Nach Angaben der Behörden wurden sieben Menschen getötet, Dutzende weitere wurden verletzt. Unter den Verletzten waren demnach mehrere, die lebensgefährliche Schussverletzungen erlitten.

Proteste in Ägypten (Bildquelle: dpa)
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Hunderttausende versammeln sich erneut auf dem Tahrir-Platz in Kairo.

Die jüngsten Unruhen begannen am Rande der Hauptstadt Kairo, als Unterstützer des Präsidenten auf dem Weg zu einer Kundgebung mit Gegnern zusammenstießen, wie aus Sicherheitskreisen verlautete. Auch in der zweitgrößten Stadt Alexandria und in der nordöstlich von Kairo gelegenen Stadt Banha habe es Feuergefechte gegeben. In Kairo seien mindestens 15 Menschen verletzt worden. In Alexandria wurden nach Krankenhausangaben mindestens 33 Menschen verletzt.

Opposition schließt die Reihen

Die Protestbewegung legte derweil den Grundstein für ein geeintes Auftreten bei möglichen Gesprächen über die politische Zukunft des Landes. Oppositionsparteien und die Jugendbewegung hinter den Demonstrationen einigten sich darauf, dass Friedensnobelpreisträger Mohammed ElBaradei sie vertreten soll. Der frühere Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) sei als "Stimme" der Opposition ausgewählt worden. Ziel des Paktes soll es sein, die bisherigen Rivalitäten zwischen oppositionellen Gruppen beizulegen und während der möglicherweise bevorstehenden Übergangsphase in Ägypten geeint aufzutreten.

Volker Schwenck, ARD, zur Situation auf dem Tahrir-Platz
tagesschau 22:15 Uhr, 02.07.2013

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Stand: 02.07.2013 23:53 Uhr

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