Kairo: Muslimbrüder wollen weiter protestieren

Muslimbrüder wollen weiter kämpfen (Bildquelle: AFP)

Nach der Räumung der Protestcamps in Kairo

Muslimbrüder lassen sich nicht einschüchtern

Protestierende Anhänger des Ex-Präsidenten Mursi in Kairo (Archiv) (Bildquelle: dpa)
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Die Demonstranten wollen solange ausharren bis der entmachtete Präsident Mursi wieder eingesetzt wird. (Archiv)

Mit äußerster Härte sind Militär und Polizei in Kairo gegen die Muslimbrüder - Anhänger des gestürzten Präsidenten Mohammed Mursi - vorgegangen. Die jedoch kündigten heute, zwei Tage nach der Gewalteskalation, an, ihre Proteste am Nachmittag und nach den morgigen Freitagsgebeten fortsetzen zu wollen. Man werde nicht ruhen, bis "der Militärputsch" der Vergangenheit angehöre, erklärte ein Sprecher über den Kurznachrichtendienst Twitter. Er betonte, dass die Muslimbrüder dabei "stets gewaltfrei und friedlich" vorgehen würden. "Wir bleiben stark, aufsässig und entschlossen." In der Hafenstadt Alexandria gingen am frühen Nachmittag erneut Hunderte Islamisten auf die Straße.

Reisewarnung verschärft

Die Auswärtige Amt erneuerte seine Reisewarnung für ganz Ägypten nach dem jüngsten Gewaltausbruch: "Für Kairo steht zu befürchten, dass sich die Sicherheitslage weiter verschlechtert", erklärte das Außenministerium in Berlin. Im ganzen Land sei weiter mit Demonstrationen von Anhängern und Gegnern des gestürzten Präsidenten Mursi und Einsätzen der Sicherheitskräfte zu rechnen, die auch einen gewalttätigen Verlauf nehmen könnten. Die Lage bleibe im Moment sehr unübersichtlich.

Regierung korrigiert Angaben zu Opferzahlen immer weiter nach oben
tagesschau 15:00 Uhr, 15.08.2013, Thomas Stephan, ARD Kairo

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Relativ ruhige Nacht in Kairo

Über Nacht beruhigte sich die Lage in Kairo ein wenig. Die von der Führung verordnete nächtliche Ausgangssperre verhinderte zunächst weitere Zusammenstöße zwischen Sicherheitskräften und Anhängern Mursis. In der südägyptischen Stadt Assiut allerdings beschossen Islamisten eine Polizeistation mit Mörsergranaten. Dabei wurden nach Angaben der Behörden mehrere Polizisten verletzt. In der gleichnamigen Provinz Assiut sollen außerdem erneut koptische Christen angegriffen worden sein: Nach Angaben aus Sicherheitskreisen brannte ein Gotteshaus nieder, Berichte über Tote oder Verletzte gibt es aber nicht.

Hunderte Tote, Tausende Verletzte

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Luftbilder aus Kairo zeigen viele Feuer in der Stadt.

Bei den Kämpfen gestern in Kairo, ausgelöst durch die gewalttätige Räumung der islamistischen Protestlager, waren nach jüngsten Angaben der Behörden am Mittwoch mindestens 525 Menschen getötet worden, zuvor war von 278 Toten die Rede gewesen. Zudem gab es etwa 2000 Verletzte. Laut der Muslimbruderschaft liegen die Opferzahlen aber weit höher, ihr Sprecher Ahmed Aref schätzte die Zahl der Toten auf 2600. Auch vier Journalisten waren unter den Todesopfern.

Regierung spricht vom "Kampf gegen Anarchie"

Die Übergangsregierung verlängerte die Haft für Mursi um 30 Tage. Zuvor hatte sie ihre Entscheidung verteidigt, die beiden Protestlager der Anhänger von Ex-Präsident Mursi gewaltsam aufzulösen. "Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass die Dinge einen Punkt erreicht haben, den kein sich selbst achtender Staat akzeptieren darf", sagte Premier al Beblawi in einer Fernsehansprache. Die Regierung habe keine andere Wahl gehabt, um eine "Ausbreitung von Anarchie zu verhindern", so al Beblawi weiter. Dennoch sei die Entscheidung nicht leicht gewesen.

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Räumung von Protestlagern in Kairo

Räumung eines Lagers von Mursi-Anhängern

Mit Panzern und Bulldozern rückten die Sicherheitskräfte in Kairo in das Protestcamp von Mursi-Anhängern ein, um es zu räumen. Dieser Mann stemmt sich dem Einsatz entgegen, indem er ein Räumfahrzeug erklettert. (Foto: dpa)

Stand: 15.08.2013 14:08 Uhr

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