Mansur

Vermittlungsversuche in Ägypten gescheitert Der Westen konnte nichts ausrichten

Stand: 07.08.2013 12:41 Uhr

Es gibt keinen Kompromiss zwischen den ägyptischen Muslimbrüdern und der Übergangsregierung. Diese erklärte die westlichen Vermittlungsversuche zur Beilegung des Konflikts für gescheitert und machte die Muslimbrüder dafür verantwortlich.

"Die Phase der diplomatischen Anstrengungen geht heute zu Ende", teilte das Büro von Interimspräsident Adli Mansur mit. Sein Sprecher hatte bereits tags zuvor erklärt, der "ausländische Druck" habe internationale Standards überschritten.

Internationale Vermittlungen in Ägypten gescheitert
U. Lueb, ARD Kairo
07.08.2013 12:52 Uhr

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"Ich wusste nicht, dass es so schlimm ist"

Unter anderen hatten Bundesaußenminister Guido Westerwelle, US-Vizeaußenminister William Burns und die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton versucht, zwischen der Regierung und den Anhängern des gestürzten Präsidenten Mohammed Mursi zu vermitteln.

Westerwelle spricht mit Übergangspräsident Mansur (Bildquelle: AP)
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Außenminister Westerwelle spricht mit Übergangspräsident Mansur.

Der stellvertretende US-Außenminister Burns und Ägyptens Übergangspräsident Mansur. (Bildquelle: AFP)
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Auch der Vize-US-Außenminister Burns versuchte zu vermitteln.

Einer der US-Vermittler, Senator John McCain, äußerte sich sehr besorgt über die Lage in Ägypten. "Ich wusste nicht, dass es so schlimm ist", sagte der republikanische Politiker im Fernsehsender CBS. Das Land sei nur Tage oder Wochen von einem riesigen Blutvergießen entfernt, falls keine politische Lösung gefunden werde. McCain und sein republikanischer Kollege Lindsey Graham waren im Auftrag von Präsident Barack Obama nach Ägypten gereist.

Volker Schwenck, ARD Kairo, zu den Vermittlungsversuchen des Westens
tagesschau24 14:15 Uhr, 07.08.2013

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Räumt das Militär nun die Protest-Camps?

Beobachter fürchten nun ein Blutbad, sollte die Regierung die Protestlager der Muslimbrüder nun doch gewaltsam räumen. Seit Musis Sturz durch das Militär Anfang Juli war es immer wieder zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Islamisten gekommen. Mehr als 250 Menschen wurden getötet.

Protestcamp von Pro-Mursi-Anhängern in Kairo (Bildquelle: REUTERS)
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Mursi-Anhänger in einem Protestcamp in Kairo. Viele erklärten, bis zum Schluss dort die Stellung halten zu wollen, selbst wenn sie sterben müssten.

Die Muslimbrüder verlangen die Wiedereinsetzung Mursis, der an einem geheimen Ort festgehalten wird. Die Regierung drohte merhfach damit, ihre Protestlager in Kairo aufzulösen. Bei Straßenschlachten zwischen Anhängern und Gegnern Mursis kam heute Früh in Alexandria mindestens ein Mensch ums Leben. Etwa 50 weitere sollen verletzt worden sein.

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