Haftbefehle gegen Führer der Muslimbrüder in Ägypten

Nach schweren Zusammenstößen in Kairo

Haftbefehle gegen Muslimbrüder

Nach den schweren Zusammenstößen mit mehr als 50 Toten am Montag in Kairo hat die ägyptische Staatsanwaltschaft Haftbefehl gegen den Chef der Muslimbruderschaft und neun weitere führende Mitglieder erlassen.

Mohammed Badie spricht in Kairo (Bildquelle: AP)
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Mohammed Badie Anfang Juli in Kairo

Mohammed Badie, seinem Stellvertreter Mahmut Essat und acht weiteren Funktionären der islamistischen Gruppe von Ex-Präsident Mohammed Mursi wird vorgeworfen, zur Gewalt aufgerufen zu haben. Das teilte das Büro des Generalstaatsanwalts mit.

Ein Sprecher der Muslimbrüder kritisierte die Maßnahme als "Versuch des Polizeistaats", eine Mahnwache der Muslimbrüder vor der Rabaa-Adaweja-Moschee im Nordosten Kairos aufzubrechen. Einige der Anführer, die festgenommen werden sollen, würden sich dort aufhalten. Bislang sei keiner von ihnen festgenommen worden.

Badie ist der geistliche Führer der Muslimbrüder. Die Mitglieder schwören ihm absoluten Gehorsam. Die Organisation will die Absetzung Mursis vor einer Woche nicht anerkennen und fordert eine Rehabilitierung des ehemaligen Präsidenten.

Unterdessen sagte ein Sprecher des ägyptischen Außenministeriums, der gestürzte Staatschef Mursi befinde sich an einem "sicheren Ort" und werde "würdevoll behandelt". Derzeit gebe es noch keine Ermittlungen gegen ihn.

Muslimbrüder lehnen Regierungsbeteiligung ab
tagesschau 20:00 Uhr, 10.07.2013, Thomas Aders, ARD Kairo

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Muslimbrüder wollen nicht mitregieren

Am Dienstag hatte Ägyptens neu ernannter Regierungschef Hasem al Beblawi erklärt, dass er die vom Militär entmachteten Muslimbrüder an der künftigen Regierung beteiligen wolle. Einige Kabinettsposten würden der Muslimbrüderpartei für Freiheit und Gerechtigkeit angeboten, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Mena einen Sprecher des Präsidialamts.

Die Muslimbruderschaft wies dieses Angebot inzwischen zurück. "Wir machen keine gemeinsame Sache mit Putschisten", sagte ein Sprecher. Man weise "alles zurück", was mit dem "Staatsstreich" zu tun habe.

Stand: 10.07.2013 14:41 Uhr

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