Ägypten: Ausschreitungen bei Anti-Mursi-Protesten

Demonstrationen gegen Ägyptens Präsident

Gewalt bei Anti-Mursi-Protesten

Gewaltsame Proteste in Kairo (Bildquelle: REUTERS)
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Die Demonstranten warfen Molotow-Cocktails, die Beamten reagierten mit Tränengas.

Hunderte Ägypter haben in der Hauptstadt Kairo gegen Präsident Mohammed Mursi demonstriert. Dabei kam es zu Zusammenstößen zwischen Jugendlichen und der Polizei. Teilnehmer warfen Molotow-Cocktails auf die Sicherheitskräfte, die Beamten setzten Tränengas ein. Nach Angaben der Behörden gab es keine Verletzten. Mehrere Personen wurden festgenommen.

Demonstranten fordern vorgezogene Wahlen

Die Demonstranten waren zunächst friedlich durch die Innenstadt von Kairo gezogen. Sie forderten vorgezogene Präsidentschaftswahlen und eine Verfassung, die "alle Ägypter vereint". Zu der Kundgebung hatten die oppositionelle Al-Dastur-Partei und die Bewegung 6. April aufgerufen. Letztere hatte eine führende Rolle bei den Protesten gespielt, die im Februar 2011 zum Sturz des langjährigen Machthabers Husni Mubarak führten.

Die Opposition wirft Mursi vor, allein die Interessen der Muslimbruderschaft zu vertreten. Zudem habe er rund ein Jahr nach seiner Wahl es nicht geschafft, der schweren Wirtschaftskrise zu begegnen, in der Ägypten seit dem Sturz Mubaraks steckt. Mursi ist seit dem 30. Juni 2012 Staatspräsident von Ägypten.

Kämpfe zwischen Muslimen und Christen

Ägyptens Präsident Mursi (Archiv) (Bildquelle: AP/dpa)
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Gegen ihn richtete sich der Protest: Ägyptens Präsident Mursi

Zuvor waren bei Zusammenstößen zwischen Muslimen und Christen in der zweitgrößten ägyptischen Stadt Alexandria Dutzende Menschen verletzt worden, meldete die staatliche Zeitung "Al-Ahram". Ein Mann kam ums Leben. Die Kämpfe waren vor einer koptischen Kirche ausgebrochen. Acht Menschen seien festgenommen worden.

Die Spannungen zwischen Muslimen und Christen, die etwa zehn Prozent der 84 Millionen Ägypter ausmachen, haben seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Mubarak im Februar 2011 zugenommen - und besonders seit der Wahl des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi im vergangenen Juni. Christen beklagen einen unzureichenden Schutz durch die Regierung und werfen ihr vor, radikalen Muslimen freie Hand zu lassen.

Stand: 18.05.2013 04:22 Uhr

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