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Proteste gegen anti-islamischen Film
Sturm auf US-Einrichtungen in Kairo und Libyen
In Kairo sind Demonstranten auf das Gelände der Botschaft der USA vorgedrungen und haben die US-Flagge von dem Gebäude heruntergerissen. Rund 3000 Menschen protestierten vor der Vertretung gegen einen anti-islamischen Film.
Die Demonstranten ersetzten das US-Sternenbanner durch eine schwarze Fahne mit einem Bekenntnis zum Islam und beschmierten auch die Wände der Vertretung mit Teilen des Slogans "Es gibt keinen Gott außer Gott und Mohammed ist sein Prophet". Die ägyptische Polizei griff ein, um die Demonstranten dazu zu bewegen, von dem Gebäude herunter zu kommen, sie wendete aber keine Gewalt an. Anschließend verließen die meisten Demonstranten das Gelände, mehrere Hundert blieben zunächst noch zurück.
Proteste in Kairo und Bengasi gegen US-Einrichtungen
B. Blaschke, ARD Kairo
12.09.2012 05:33 Uhr
Vor einem Jahr hatten Demonstranten die israelische Botschaft in Kairo gestürmt und die Fahne Israels vom Botschaftsgebäude entfernt. Bei heftigen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizei starben damals vier Menschen, mehr als 1000 weitere wurden verletzt.
Angriff auch in Libyen
Gewalttätige Proteste gegen den Film gab es auch in Libyen. In der Stadt Bengasi stürmten bewaffnete Männer das US-Konsulat und setzten es in Brand. Ein US-Bürger wurde bei dem Angriff getötet, ein weiterer sei an der Hand verletzt worden. Bei dem Toten und dem Verletzten handle es sich um Mitarbeiter des Konsulats, bestätigte die US-Regierung.
Ein Vertreter des libyschen Innenministeriums sagte, die Angreifer hätten in die Luft gefeuert, bevor sie das Konsulat stürmten. Laut dem Fernsehsender Al-Arabija beschossen die Angreifer das Konsulat mit Panzerfäusten. Zwischen Wachpersonal und den Angreifern sei es zu Auseinandersetzungen gekommen.
US-Regierung verurteilt Angriffe
Das Außenministerium verurteilte den Angriff mit scharfen Worten. Außenministerin Hillary Clinton teilte mit, die USA bedauerten jedwede Verunglimpfung des Glaubens. Dennoch gebe es für solche Gewalttaten "niemals eine Rechtfertigung". Sie habe mit dem libyschen Präsidenten Mohammed el Megarif telefoniert, um den Schutz von Amerikanern in Libyen zu koordinieren. Clinton zeigte sich besorgt, dass die Proteste sich auf andere Länder ausweiten könnten
Umstrittener Film in den USA produziert
Die Proteste entzündeten sich an einem Film über den Propheten Mohammed, den der US-Amerikaner Sam Bacile in Kalifornien produziert hatte. In dem Film, von dem Ausschnitte im Internet bei Youtube zu sehen sind, wird der Prophet bei sexuellen Handlungen gezeigt und seine Rolle als Überbringer von Gottes Wort angezweifelt. Zudem wird er als Kinderschänder und Mörder dargestellt.
Bacile sagte dem "Wall Street Journal", an dem zweistündigen Film seien rund 60 Schauspieler und eine 45 Mann starke Crew beteiligt gewesen. Um die Produktion zu finanzieren, habe er fünf Millionen Dollar von rund einhundert jüdischen Spendern eingesammelt. "Der Film ist ein politischer Film. Es ist kein religiöser Film", sagte er der Zeitung. Die Arabische Liga verurteilte den Film ebenfalls und erklärte laut der ägyptischen Nachrichtenagentur Mena, darin werde der Prophet Mohammed "beleidigt".
Stand: 12.09.2012 07:21 Uhr
