Ägypten: Umstrittener Gouverneur von Luxor legt Amt nieder

Nach Kritik ägyptischer Tourismusverbände

Gouverneur von Luxor legt Amt nieder

Der Islamist Adel Asaad al Chajat hat sein Amt als Gouverneur der ägyptischen Provinz Luxor niedergelegt. Er sei Opfer einer Medienkampagne, sagte al Chajat auf einer Pressekonferenz in der ägyptischen Hauptstadt Kairo. Er habe sich aber zum Rücktritt entschlossen, um Gewalt auf den Straßen zu verhindern.

Tourismusminister reichte Rücktritt ein

Totentempel Hatschepsut nahe Luxor (Bildquelle: AP)
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Der Totentempel der Hatschepsut ist eine der Haupttouristenziele in Luxor.

Damit reagierte al Chajat auch auf Kritik aus dem In- und Ausland an seiner Ernennung durch Präsident Mohammed Mursi vor einer Woche. In vielen Teilen Ägyptens kam es zu teils gewalttätigen Protesten, bei denen 19 Menschen verletzt wurden. Ägyptens Tourismusminister Hischam Sasou reichte aus Protest seinen Rücktritt ein. Er könne seine Aufgabe, die Zahl der ausländischen Urlauber zu steigern, nicht erfüllen, wenn ein Mitglied der Gamaa Islamija Gouverneur von Luxor sei, erklärte er zur Begründung. Ähnlich äußerten sich zahlreiche Tourismusunternehmern.

Die Gamaa Islamija ist für das Massaker an 58 Urlaubern in Luxor 1997 verantwortlich. Die negativen Reaktionen der ägyptischen Bevölkerung auf das Blutbad hatten damals zu einem Umdenken in der Bewegung geführt, die später der Gewalt abschwor.

"Sargnagel" für Tourismus - Neuer Gouverneur von Luxor in der Kritik
H. M. Ehl, ARD Kairo
19.06.2013 15:50 Uhr

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Stand: 23.06.2013 14:32 Uhr

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