Polizisten am Flughafen Larnaka | Bildquelle: dpa

Ägyptische Passagiermaschine nach Zypern entführt Entführer wohl ohne terroristische Motive

Stand: 29.03.2016 12:10 Uhr

Vieles deutet auf persönliche Gründe hin: Der Entführer eines ägyptischen Flugzeuges handelt offenbar nicht aus politischen Motiven - das erklärte der Präsident Zyperns. Dorthin war die Maschine am Morgen entführt worden.

Die Entführung einer Maschine der Linie Egypt Air nach Zypern geht offenbar auf persönliche Motive des Täters zurück. Der zyprische Präsident Nikos Anastasiades erklärte, die Entführung habe "nichts mit Terrorismus zu tun".

Der ägyptische Minister für Luftfahrt sagte auf einer Pressekonferenz, der Mann habe noch keine Forderungen gestellt. Weitere Informationen zum Entführer lehnte er ab.

In zyprischen Medien wird berichtet, die Ex-Frau des Mannes lebe auf Zypern. Demnach habe er einen Brief auf das Flugfeld geworfen und verlangt, dass er der Frau überbracht werde. Die BBC meldet, möglicherweise wolle der Mann auf Zypern Asyl beantragen.

Flugzeugentführung in Zypern hat keinen terroristischen Hintergrund
tagesschau 12:00 Uhr, 29.03.2016, Michael Schramm, ARD Istanbul

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Verhandlungen dauern an

Auf dem Flughafen der Hafenstadt Larnaka gehen die Verhandlungen der Behörden mit dem Entführer weiter. Er hatte die Piloten des Airbus am Morgen auf dem Flug von Kairo nach Alexandria gezwungen, die Route zu ändern. Angeblich habe er damit gedroht, einen Sprengstoffgürtel zu tragen.

Nach der Landung ließ der Entführer die meisten der 55 Passagiere frei. An Bord verblieben nach Angaben des ägyptischen Luftfahrtministers aber sieben Personen - drei Flugreisende, der Flugkapitän, der Co-Pilot, eine Flugbegleiterin sowie eine Sicherheitsangestellter. Über die Nationalität der Passagiere ist bislang nichts bekannt. Gerüchten nach soll es sich um Bürger aus dem angelsächsischen Raum handeln, berichtet ARD-Korrespondent Volker Schwenck.

Entführte Maschine von Egypt Air in Larnaka | Bildquelle: REUTERS
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Auf Verlangen der Entführer wurde in Larnaka eine Gangway zum Airbus gebracht.

Screenshot flightradar24 | Bildquelle: Screenshot flightradar24.com
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Der Screenshot von flightradar.com zeigt die Route von Flug MS 181.

Israelische Luftwaffe alarmiert

Israel ließ nach einem Medienbericht wegen des entführten Flugzeugs Luftwaffen-Jets aufsteigen. Damit sollte sichergestellt werden, dass die entführte ägyptische Passagiermaschine nicht in den israelischen Luftraum eindringt, wie die israelische Nachrichtenseite "Haaretz" berichtete. Die Militärflugzeuge seien mittlerweile wieder gelandet.

Die Sicherheit an ägyptischen Flughäfen war im vergangenen Jahr in die Kritik geraten, nachdem ein vom Badeort Scharm el Scheich gestarteter russischer Urlaubsflieger Ende Oktober nach einer Bombenexplosion über der Sinai-Halbinsel abgestürzt war. Alle 224 Insassen starben. Auch Staatspräsident Abdel Fattah al-Sisi hatte nach langem Zögern indirekt zugegeben, dass es sich um einen Terrorakt handelte. Moskau hatte die Verbindungen in das beliebte Urlaubsland nach dem Absturz unterbrochen. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) hatte sich zu der Tat bekannt.

Flugzeugentführung hat anscheinend keinen terroristischen Hintergrund
W. Landmesser, ARD Athen
29.03.2016 11:09 Uhr

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