Adli Mansur im Porträt: Und plötzlich Präsident

Adli Mansur im Porträt

Und plötzlich Präsident

Der ägyptische Übergangspräsident Adli Mansur war gerade mal zwei Tage Chef des obersten Verfassungsgerichts, als er vom Militär zu noch größeren Aufgaben berufen wurde. Bislang kannte kaum ein Ägypter den 67 Jahre alten Juristen. Jetzt soll er an der Spitze einer parteiübergreifenden Übergangsregierung stehen - wie lange, ist noch unbekannt. Eine der Aufgaben wird es sein, Parlaments- und Präsidentenwahlen vorzubereiten.

Mansur wurde im Dezember 1945 in Kairo geboren. Er studierte dort Jura, ein Stipendium ermöglichte ihm später weitere Studien in Paris. Schon unter Langzeitpräsident Hosni Mubarak arbeitete Mansur für die ägyptischen Justizbehörden. Zwischenzeitlich war er einige Jahre als Berater in Saudi-Arabien. Mansur ist verheiratet, hat zwei Söhne und eine Tochter.

Adli Mansur (Bildquelle: dpa)
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Verfassungsrichter beglückwünschen Adli Mansur (links) nach seiner Vereidigung.

Seit 1992 Verfassungsrichter

Mansur war seit 1992 am Verfassungsgericht tätig gewesen, zuletzt als Vizepräsident. Der Jurist arbeitete unter anderem mit an den gesetzlichen Rahmenbedingungen für die erste freie Präsidentschaftswahl im Jahr 2012, die der Muslimbruder-Kandidat Mohammed Mursi gewann. Im Mai dieses Jahres bestimmte Mursi dann Mansur als Nachfolger Maher al Behairis zum Präsidenten des Verfassungsgerichts - mit Zustimmung einer Generalversammlung der Richter. Behairi ging Ende Juni in den Ruhestand.

Nach dem geltenden Recht musste Mursi einen der drei am längsten amtierenden Stellvertreter des Gerichts für das hohe Amt auswählen. Die Zustimmung der Vollversammlung war zwingend. Vor dem Arabischen Frühling 2011 konnte der ägyptische Präsident noch selbst entscheiden, wen er auf diesen Posten setzt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 04. Juli 2013 um 12:00 Uhr.

Stand: 04.07.2013 12:11 Uhr

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