Abdeslam schweigt vor Gericht | Bildquelle: dpa

Prozess gegen Abdeslam "Würden uns wünschen, dass er spricht"

Stand: 05.02.2018 18:00 Uhr

Der Islamist Abdeslam schweigt vor Gericht. Angeklagt ist er wegen Schüssen auf Polizisten in Brüssel - nicht wegen seiner Beteiligung an den Pariser Anschlägen. Ein Opferverband wünscht sich eine Aussage.

Von Karin Bensch, ARD-Studio Brüssel

Eine Zeichnung zeigt Abdeslam im Gericht, umgeben von vermummten Sicherheitsbeamten. | Bildquelle: AFP
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Im Prozess in Brüssel muss sich der mutmaßliche Attentäter Abdeslam wegen Schüssen auf Polizisten verantworten.

Der Brüsseler Justizpalast ist eine einzige Sicherheitszone: Schwerbewaffnete und zum Teil maskierte Polizisten und Soldaten sichern das große Gerichtsgebäude mit der goldenen Kuppel. Bei der Ankunft des Angeklagten kreiste ein Helikopter über dem Gebäude.

Salah Abdeslam, der einzig überlebende mutmaßliche Attentäter der Pariser Terroranschläge vom November 2015, steht von heute an in Brüssel vor Gericht. Der 28-jährige Franzose soll Mitglied der Terrorzelle gewesen sein, die auch die Brüsseler Attentate vor knapp zwei Jahren beging.

Schüsse auf Polizisten

Die Staatsanwaltschaft Brüssel fordert für Abdeslam 20 Jahre Haft. Der Prozess ist zunächst auf eine Woche angesetzt. Ob dann schon ein Urteil fällt, ist derzeit noch unklar. Dabei geht es allerdings nicht um die Terroranschläge in Paris und Brüssel. Abdeslam und ein Komplize stehen wegen einer Schießerei mit der Polizei vor Gericht, die Mitte März 2016 stattfand. Damals machten die Polizisten eine Razzia in einem Haus im Brüsseler Stadtteil Forest. Sie gingen davon aus, dass es unbewohnt war, weil dort seit Monaten kein Strom und kein Wasser verbraucht worden war.

Als die Ermittler die Tür aufbrechen wollten, wurde von drinnen auf sie geschossen. Dabei wurden drei Polizisten verletzt. Ein mutmaßlicher Attentäter wurde getötet, zwei weitere Verdächtige konnten fliehen. Im Haus wurden später eine Kalaschnikow, eine IS-Flagge und ein Glas mit den Fingerabdrücken von Salah Abdeslam gefunden. Drei Tage später wurden er und sein Komplize festgenommen.

Prozessbeginn gegen Islamist Abdeslam
tagesschau 20:00 Uhr, 05.02.2018

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Abdeslam will nicht reden

Der Komplize von Abdeslam sagte zu Prozessbeginn aus, der dritte Mitstreiter, der bei der Schießerei ums Leben gekommen war, habe auf die Polizisten geschossen. Abdeslam gab zu verstehen, dass er keine Aussage machen werde.

"Wir würden uns sehr wünschen, dass er spricht", sagte ein Vertreter einer französischen Opfervereinigung, der nach Brüssel gereist war. "Doch selbst wenn er schweigt, bestätigt das unserer Ansicht nach seine Wichtigkeit in der Organisation."

Abdeslam und seinem Komplizen werden wegen der Schießerei in Brüssel versuchter Mord, Waffenbesitz und terroristische Aktivitäten vorgeworfen. Allein dafür drohen ihnen bis zu 40 Jahre Haft. Abdeslam sitzt eigentlich in einem Gefängnis in der Nähe von Paris in Untersuchungshaft.

Für die Verhandlungen von Frankreich nach Belgien

Für den Prozess in Brüssel wurde er in ein Hochsicherheitsgefängnis nahe der französischen Stadt Lille, unweit der belgischen Grenze verlegt. Von dort wird er täglich für die Verhandlung nach Brüssel und wieder zurück gebracht - mit einem Polizeikonvoi oder einem Hubschrauber. Für Belgien und Frankreich ist das ein riesiger Sicherheitsaufwand.  

Erster Prozess gegen mutmaßlichen Paris-Attentäter
Karin Bensch, WDR Brüssel
05.02.2018 13:09 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 05. Februar 2018 um 12:00 Uhr.

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