UN-Logo auf dem Hauptquartier in New York | Bildquelle: AFP

70 Jahre Vereinte Nationen Die Welt ein bisschen besser machen

Stand: 26.06.2015 02:53 Uhr

Heute vor 70 Jahren wurden die Vereinten Nationen gegründet. Die UNO sei eine Quatschbude, befand einst der französische Präsident de Gaulle. Trotz aller Kritik ist die Liste ihrer Erfolge lang - auch wenn vieles wenig Beachtung findet.

Von Georg Schwarte, NDR, ARD-Hörfunkstudio New York

Tue Gutes und rede kaum drüber. Das könnte auch ein Motto der Vereinten Nationen sein. Denn trotz harscher Kritik beispielsweise an der politischen Lähmung des UN-Sicherheitsrates - Charles de Gaulle nannte die UNO einst eine Quatschbude - zieht der frühere UN-Generalsekretär Kofi Annan ein anderes, ein erfreulicheres  Fazit. "Wir sind die einzige Organisation dieser Erde, die die Macht hat, jedes Land der Welt hier an einen Tisch zu bringen und zu sagen: Lass uns das diskutieren." Es sei keine perfekte Organisation, aber die Beste, die wir haben.

Viel erreicht - nicht nur Nobelpreise

In ihren 70 Jahren haben die Vereinten Nationen viel erreicht, diese Welt ein bisschen besser gemacht. Bei fast jeder Katastrophe weltweit springt das World Food Programme ein - 104 Millionen Menschen in 81 Ländern hungern jedes Jahr nicht, dank dieser UN-Einrichtung. Das UN-Flüchtlingshilfswerk, ein weiterer Erfolg der Vereinten Nationen. Zwei Nobelpreise belegen, was bisher 17 Millionen Flüchtlinge erlebten: Hilfe durch die UN.

Die Friedensmissionen samt Blauhelmen: nicht perfekt, aber bisweilen erfolgreich. 16 Missionen laufen derzeit, Beispiele wie Namibia, Nicaragua, Kambodscha und Mosambique sind die großen Erfolge, überschattet aber regelmäßig vom öffentlichen Scheitern wie derzeit im Fall Syrien oder Gaza. Dass in 50 Jahren Blauhelmmissionen fast 2000 UN-Mitarbeiter ihr Leben ließen. ist auch eine Kehrseite stiller Erfolge.

UNO ist überall aktiv

Kofi Annan | Bildquelle: dpa
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"Wir arbeiten hart, aber wir versuchen dabei Spaß zu haben" - Ex-UN-Generalsekretär Kofi Annan

Wie auch UNICEF, das Kinderhilfswerk, ein weiterer Mosaikstein im Erfolgsgemälde der Vereinten Nationen ist. Die Kindersterblichkeit der unter Fünfjährigen wurde seit 1990 mehr als halbiert: auch ein sehr stiller Erfolg der Vereinten Nationen, deren Haltung der Ex-Generalsekretär Annan mal so beschrieb: "Wir arbeiten hart, aber wir versuchen dabei Spaß zu haben."

Beobachtung von freien Wahlen, ein Hochkommissariat für Menschenrechte, die UN-Kinderrechtscharta, der Kampf gegen Aids und das große Thema der Kindersoldaten. Überall ist die UNO aktiv. So bleibt trotz vieler Unvollkommenheiten am Ende der eine Satz, den in New York viele - auch die frustrierten - UN-Diplomaten zitieren: Gäbe es die Vereinten Nationen nicht, die Welt müsste sie schleunigst erfinden.

Die stillen Erfolge der Vereinten Nationen
G. Schwarte, ARD New York
26.06.2015 02:10 Uhr

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Dieser Beitrag lief am 26. Juni 2015 um 12:10 Uhr auf Inforadio.

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