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10.02.2010

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Wirtschaft
Ben Bernanke
US-Notenbankchef: Das Schlimmste kommt noch
US-Notenbankchef Bernanke legt Halbjahresbericht vor

Das Schlimmste kommt noch

Die amerikanische Wirtschaft steckt so tief in der Krise wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Doch US-Notenbankchef Ben Bernanke sieht Licht am Ende des Tunnels. Dass Bernanke sagte, momentan stehe keine Verstaatlichung großer US-Banken an, sorgte am New Yorker Aktienmarkt prompt für Aufwind. Doch eine Entwarnung ist all das keinesfalls – im Gegenteil: Das laufende Jahr werde sehr hart, prophezeite Bernanke, als er im Bankenausschuss des US-Senats seinen Halbjahresbericht vorstellte.

Von Robert Kiendl, HR-Hörfunkstudio Washington 

US-Notenbankchef Ben Bernanke (Foto: AP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Es wird noch schlimmer: US-Notenbankchef Ben Bernanke zeichnet ein düsteres Bild der amerikanischen Wirtschaft. ]
Wenn dieses Jahr rum ist, dann könnte das Schlimmste überstanden sein, meint US-Notenbankchef Ben Bernanke. Nur: die Betonung liegt auf "könnte": "Wenn die Maßnahmen, die die Regierung, der Kongress und die Notenbank ergriffen haben, darin erfolgreich sind, die finanzielle Stabilität zu einem gewissen Maß wieder herzustellen - und in meinen Augen nur, wenn dies der Fall ist, dann gibt es eine begründete Aussicht, dass die gegenwärtige Rezession 2009 endet und 2010 ein Jahr der Erholung wird."

Mehr Arbeitslose, weniger Wirtschaftsleistung

Das klingt positiver als es tatsächlich ist - von ökonomischer Erholung sind die Amerikaner im Augenblick nämlich noch weit entfernt. Zurzeit, so Bernanke vor den Senatoren, erlebe die US-Wirtschaft nach wie vor einen sehr ernsthaften Abschwung: "Die Beschäftigungsrate ist seit dem Herbst steil gefallen, die Arbeitslosenquote ist auf 7,6 Prozent gestiegen. Der sich verschlechternde Jobmarkt, erhebliche Verluste bei Eigenkapital und Immobilien sowie harte Kreditkonditionen haben das Konsumverhalten gedrückt. Zusätzlich haben Unternehmen ihre Ausgaben gebremst, als Reaktion auf die schlechten Absatzaussichten und auf die Schwierigkeiten, an Kredite zu kommen."

"Die Risiken einer Verschlechterung sind vermutlich größer als die Chance auf eine Verbesserung" - das ist das düstere Bild, das Bernanke vor dem Senatsausschuss malte, gestützt auf Schätzungen seiner Zentralbankexperten. Ein Beispiel dafür ist die Arbeitslosigkeit. Hier ist die Tendenz weiter steigend. Die Arbeitslosenquote dürfte nach Bernankes Worten bis Ende des Jahres auf 8,5 Prozent oder noch mehr klettern.

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Es hängt am Konjunkturprogramm

Weiter schrumpfen werde dagegen wohl die Wirtschaftsleistung der Vereinigten Staaten: um 0,5 bis 1,25 Prozent. Ernüchternde Zahlen - ob die amerikanische Wirtschaft dennoch dieses Jahr tatsächlich die Kehrtwende hinbekommt, hängt ganz entscheidend von zwei Dingen ab. Erstens: Greift das mühsam zustande gebrachte, fast 800 Milliarden Dollar schwere Konjunkturprogramm der Obama-Regierung? Und zweitens: Wie will Finanzminister Timothy Geithner ganz konkret den taumelnden Banken weiter unter die Arme greifen? Damit steht und fällt, ob Bernanke Ende 2009 wirklich sagen kann: Das Schlimmste ist überstanden!

Stand: 24.02.2009 22:13 Uhr
 

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